Projektionsmatten sind Bilder, die per Projektor auf den Boden projiziert werden – wie große, leuchtende Teppiche. Sie reagieren nicht von selbst auf Bewegung – die ganze Magie entsteht durch die Ideen der Leitung und der Kinder.
In einem Paket Animationsmatten: Kreative Spiele erhältst du gleich 40 verschiedene Matten, z. B.:
Filmstreifen, Mini-Storyboard, Seilparcours, Spielfeld, Stadt, Dorf, Zoo, Beobachtungsstrand, Emotionen, Gesichter, Gymnastik, Frucht-Twister, Wasser und Land, Bühne, Schwungtuch…
Dazu kannst du ganz einfach einfache Requisiten ergänzen – Autos, Figuren, Kastanien, kleine Bälle, Schiffe, Hackysäcke, bunte Zettel. Zusammen entsteht eine riesige Basis für kreative, bewegungsorientierte und theatrale Spiele.
In diesem Artikel zeigen wir euch, wie ihr drei ausgewählte Matten nutzen könnt: Mini-Storyboard, Seilparcours und Stadt – sowie ein paar weitere, die sich gut damit kombinieren lassen. Zu Beginn stellen wir das Paket kurz vor und besprechen grundlegende Regeln für die Arbeit mit Projektionsmatten.
Was sind Animationsmatten in dieser Kollektion?
Das sind statische, aber sehr klare Vorlagen mit deutlichen Feldern, Wegen, Szenen und Motiven.
Erzähl- und Theatermatten
Storyboard, Filmstreifen, Rahmen, Bühne, Emotionen, Gesichter, Schneemann
Sie erleichtern das Erfinden von Geschichten, kleinen Szenen, Mini-Theater und Gespräche über Gefühle.
Bewegungs- und Sportmatten
Seilparcours, Spielfeld, Gymnastik, Weitsprung, Laufbahn, Frucht-Twister, Wasser und Land, Podium, Schwungtuch
Ideal für Wettläufe, Staffeln, Balance-Aufgaben, Reaktionsspiele und Team-Wettbewerbe.
Themenmatten – „Welten“ für Rollenspiele
Stadt, Dorf, Zoo, Beobachtungsstrand, Sheriffhut, Picknick, Tiere, Schlachtfeld
Sie bilden eine Kulisse für Rollenspiele und das gemeinsame Entwickeln von Geschichten.
So kannst du aus einem Set Dutzende Szenarien entwickeln – du wechselst nur den Hintergrund, das Thema und… ein paar Requisiten aus dem Schrank.
Warum eignen sich Projektionsmatten so gut für kreative Spiele?
Die Arbeit mit einer Vorlage erleichtert und erweitert die Animation und Förderung von Kindern:
- aktiviert die Fantasie – das Bild ist nur der Ausgangspunkt, den Rest ergänzen die Kinder;
- strukturiert den Raum – Felder, Szenen und Wege helfen, Form und Rahmen des Spiels zu halten;
- fördert Zusammenarbeit – Kinder vereinbaren gemeinsam Regeln, Rollen und Reihenfolge;
- lässt sich leicht variieren – dieselbe Idee wechselst du von Stadt zu Dorf oder Zoo und hast sofort ein „neues Abenteuer“;
- passt hervorragend zu Requisiten – die Matte definiert Orte, Autos/Figuren/Bälle bringen ein „interaktives“ Element hinein;
- schafft viele Anlässe für Interaktion zwischen Kindern – Kommunikation ist ein Grundbaustein des Spiels.
Wie bereitet man Raum und Gruppe vor?
1. Aufbau
Projiziere die Matte mit einem Beamer. Achte darauf, dass das Bild gut sichtbar ist und die Umgebung sicher bleibt – Kinder sollen sich frei bewegen können (ohne scharfe Kanten oder eng stehende Möbel).
2. Kurze Einführung
Bevor ihr beginnt, zeige den Kindern, wie wir uns auf der Matte bewegen (z. B. nicht blindlings rennen, nicht schubsen, Requisiten respektieren).
3. Proberunde
Mache 1–2 Minuten eine „Testversion“: über die Wege gehen, in Rahmen positionieren, Orte in der Stadt erkennen. Erst dann startet ihr das vollständige Szenario.
Spiel-Szenarien
1. Erzähl- und Theaterspiele – Matte Mini-Storyboard
Für Erzählspiele eignen sich am besten Matten, die den Raum in Bilder oder Rahmen aufteilen:
Mini-Storyboard, Filmstreifen, Rahmen, Bühne, Emotionen, Gesichter.
Die Matte Mini-Storyboard ist ein praktischer kleiner Plan für Geschichten jüngerer Kinder. Statt eines komplexen Storyboards sehen sie ein paar wolkenförmige Felder:
- Hauptfigur,
- weitere Figuren,
- Zeit,
- Ort,
- Handlung / Aufgabe,
- Ergebnis / Ziel.
Die Kinder „füllen“ diese Wolken nacheinander mit Bewegung und kurzen Aussagen. So lernen sie spielerisch, woraus eine Geschichte besteht – in einer sehr zugänglichen, kindgerechten Form.
Beispielspiel auf der Matte „Mini-Storyboard“ – eine Geschichte Schritt für Schritt entwickeln
Spiel: „Meine Geschichte“ (oder „Pantomime“)
- Alter: 5–9 Jahre
- Gruppe: 6–15 Kinder
- Ziel: Sätze und Geschichten bilden, Story-Elemente verstehen, Teamarbeit, Arbeit mit dem eigenen Körper
Ablauf:
- Zeige den Kindern die Wolken und benenne sie:
- unsere Hauptfigur – wer ist das?
- weitere Figuren – wer begleitet sie?
- Ort – wo ist unsere Figur?
- Zeit – wann spielt das?
- Handlung – was ist passiert?
- Ergebnis – wie endet es?
- Lost gemeinsam ein Thema für eine neue Geschichte. Wählt zusammen die Hauptfigur und weitere Figuren – Kinder können selbst in Rollen schlüpfen.
- Die Kinder stellen sich nacheinander auf die Wolken und ergänzen den Inhalt, sodass eine neue Geschichte entsteht und neue Rollen geübt werden.
Wenn alle Wolken „festgelegt“ sind, spielt ihr alles durch: Die Kinder gehen die Wolken in der vereinbarten Reihenfolge ab, erzählen und zeigen die Geschichte mit Bewegung. Denkt daran: Die spannendsten Geschichten haben Emotionen – deshalb kann bei jeder Wolke ein Emoji, ein Gesichtsausdruck, eine Körperhaltung oder eine kurze Beschreibung auftauchen (Was mag die Figur? Wie fühlt sie sich heute?). In einer Version ohne Worte kann man das Ganze als Pantomime umsetzen.
Variante „Drache“:
Eine Variante für etwas ältere Kinder, die schon lesen und schreiben. Das Spiel besteht darin, lustige Geschichten zu entwickeln. Jede Person erhält ein Blatt mit Fragen passend zu den Wolken: Wer? Mit wem? Wann? Wo? Was machen sie? Wozu? Die Teilnehmenden schreiben jeweils eine Antwort zu einer Frage auf, falten das Blatt und tauschen es weiter. Nachdem alle Fragen beantwortet sind, entfaltet jede Person ihr Blatt, liest die Geschichte leise und merkt sie sich. Dann wird sie erzählt, während man der Reihe nach über die Wolken springt. Je witziger die Antworten, desto fröhlicher das Finale.
Variante mit einer anderen Matte:
Statt der Wolken im Mini-Storyboard kannst du auch Film verwenden (die Wolken werden zu Bildern auf einem Filmstreifen) oder die Matte Rahmen (jedes Feld ist eine andere Einstellung: Kinder zeichnen Szenen auf Papier und legen sie in die Rahmen, dekorieren sie oder spielen sie als Schattentheater). Für ältere Kinder kannst du eine zusätzliche Schwierigkeit einbauen: eine Änderung in einer Wolke (z. B. Ort oder Ergebnis) oder den Start an einer anderen Wolke – und beobachten, wie das die ganze Geschichte verändert.
2. Bewegungsspiele mit eigenen Regeln – Matte Seilparcours
Für Bewegungsspiele und das Erfinden eigener Regeln eignen sich besonders:
Spielfeld, Gymnastik, Laufbahn, Weitsprung, Seilparcours, Frucht-Twister, Wasser und Land, Podium.
- Seilparcours, Laufbahn und Spielfeld eignen sich für Rennen, Staffeln und Teamspiele.
- Gymnastik, Weitsprung, Seilparcours – für Balanceübungen, Sprünge sowie Kraft- und Koordinationsaufgaben.
- Frucht-Twister und Wasser und Land – für Farbspiele und wechselnde Anweisungen im Verlauf.
- Auf dem Podium kannst du eine Spielrunde abschließen – symbolische Medaillen vergeben und allen gratulieren.
Beispielspiel auf der Matte „Seilparcours“ – Rennen und Geschicklichkeitsspiele
Spiel: „Zirkuskünstler:innen“
- Alter: 3–10 Jahre
- Gruppe: 4–20 Kinder
- Ziel: Zusammenarbeit, Planen, Regeln entwickeln, Körperbalance und Geschicklichkeit trainieren
Ablauf:
- Teile die Kinder in 2 Teams. Jedes Team nimmt „seine“ Bahn und stellt sich an gegenüberliegenden Seiten der Matte auf.
- Spielt zuerst eine einfache Renn-Version: Start – Strecke überwinden (z. B. Fuß vor Fuß) bis ins Ziel.
- Nach der ersten Runde stoppst du und sagst: „Jetzt erfindet ihr die Regeln. Wie ändern wir das Rennen, damit es spannender wird?“
- Die Kinder schlagen Ideen vor, z. B.:
- auf einer Bahn bewegen wir uns wie Frösche,
- auf der anderen gehen wir rückwärts,
- bestimmte Felder müssen übersprungen werden usw.
- Wählt gemeinsam 3–4 Regeln und wiederholt sie laut, damit alle sie behalten. Dann spielt ihr das neue Rennen nach diesen Regeln.
Variante 1 – Matte wechseln:
Statt Seilparcours kannst du auch Laufbahn verwenden (3 identische Bahnen für Rennen und Geschicklichkeitswettkämpfe), Gymnastik (Bewegungsfolgen zum Nachmachen), Frucht-Twister (Positionen je nach Ansage einnehmen) oder Sonne (jeder Strahl ist eine Bahn, die zur Mitte führt).
Zusätzlich könnt ihr den Spielzyklus auf der Matte Podium – mit einer kurzen „Medaillenverleihung“ und Applaus für alle abschließen.
Variante 2 – mit Requisiten zum Weitergeben:
Baue einfache Hilfsmittel ein:
- kleine Bälle, Hackysäcke, Fühlsäckchen oder Spielzeugautos,
- Gymnastikstäbe,
- Ringe / Reifen.
Vereinbart mit den Kindern, dass während des Rennens:
- jedes Team genau ein Requisit hat,
- die Spieler:innen es in bestimmten Abschnitten weitergeben müssen (z. B. beim Bahnwechsel),
- ohne Übergabe die Aufgabe als „nicht geschafft“ gilt.
Legt zusätzlich die Art des Tragens/Transportierens fest, z. B.:
- auf dem Kopf,
- vor sich her schiebend,
- von der linken in die rechte Hand werfend.
Ihr könnt auch vereinbaren, dass die Art des Zuspielens Teil des Spiels ist:
- einmal über dem Kopf,
- einmal zwischen den Knien,
- einmal am Boden zur nächsten Person rollen (die in einer markierten Zone fangen muss).
So wird das Rennen zu einer Übung für Kooperation und Koordination – nicht nur zu „wer ist zuerst im Ziel“.
3. Spiele in Welten und Rollen – Matte Stadt
Für Rollenspiele und das Erfinden von Szenen eignen sich am besten Welt-Matten:
Stadt, Dorf, Zoo, Beobachtungsstrand, Küste, Sheriffhut, Picknick, Tiere, Schneemann, Wasser und Land, Schlachtfeld.
- In der Stadt können Kinder Fahrer:innen, Fußgänger:innen, Bewohner:innen, Verkäufer:innen sein.
- Im Dorf – Bäuer:innen, Tiere, Helfer:innen auf dem Hof.
- Im Zoo – Tierpfleger:innen, Guides, Besucher:innen.
- Der Beobachtungsstrand eignet sich für ruhigere, beobachtende Spiele.
- Sheriffhut – eine fertige Wild-West-Welt für Abenteuergeschichten.
- Picknick – eine Decke mit gedecktem „Picknick-Setting“ für gemeinsames Spielen.
Beispielspiel auf der Matte „Stadt“ – Stadtverkehr und Leben in einer kleinen Stadt
Spiel: „Geschichten aus meiner Stadt“
- Alter: 3–9 Jahre
- Gruppe: 2–8 Kinder
- Ziel: Rollenspiel, Raumverständnis und Verkehrsregeln, Kreativität
Ablauf:
- Bitte die Kinder, sich einen „Ort in der Stadt“ auf der Matte auszusuchen: Haus, Marktplatz, Spielplatz, Schule, Kreuzung.
- Jedes Kind erfindet eine Figur aus der Stadt (Bewohner:in, Busfahrer:in, Verkäufer:in, Polizistin, Tourist:in usw.).
- Du beginnst zu erzählen, und die Kinder spielen mit Bewegung nach, was passiert:
- „Am Morgen wacht die Stadt auf…“ – alle machen die typischen Tätigkeiten ihrer Figuren,
- „Plötzlich gibt es keinen Strom mehr…“ – wie reagieren die Figuren?
- „Kurz darauf ist alles wieder normal, aber ein wichtiger Gast kommt…“ – die Kinder entscheiden, wer das ist und was dann geschieht.
- Ermutige die Kinder, als Figuren miteinander zu sprechen (mit einfachen Dialogen), während sie zwischen den Orten über die Straßen gehen.
Variante 1 – andere Welten – Matte wechseln:
Dasselbe Spiel kannst du auf die Matte Dorf übertragen (Leben auf dem Land statt Stadt), Zoo (Tierpfleger:innen und Tiere) oder Küste (Ferienort am Meer).
Die Kinder sehen schnell: Ein Spielmuster funktioniert in vielen Welten – und jedes Mal entsteht eine neue Geschichte.
Variante 2 – mit Requisiten (Autos, Figuren, Schiffe):
Ergänze kleine Requisiten:
- Figuren / kleine Puppen,
- verschiedene Gegenstände für Rollen, z. B. Schiffe, Bälle, kleine Handtücher, Autos,
- Bausteine zum Errichten neuer Gebäude auf den Matten usw.
Die Kinder platzieren sie an den Orten, an denen die Handlung stattfindet:
- Auto an der Kreuzung,
- Puppe am Laden,
- Figuren und Tiere im Park.
Zuerst stellt ihr die Szene mit Requisiten auf, und erst danach „schlüpfen“ die Kinder in die Rollen ihrer Figuren – indem sie diese auf der Matte bewegen. Für viele jüngere Kinder ist das eine natürliche Brücke zwischen dem Spielen auf dem Teppich mit Autos und dem Darstellen von Szenen mit dem eigenen Körper.
Wie lässt sich das in den Tagesablauf integrieren?
Zum Aufwärmen (5–10 Min.) – eine kurze Geschichte mit den Wolken im Mini-Storyboard oder ein schneller Wettlauf auf dem Parcours.
In der Mitte – ein vollständigeres Rollenspiel in der Stadt, im Dorf oder im Zoo mit Requisiten.
Zum Abschluss – Tages- oder Wochenrückblick als Mini-Theater auf der großen Bühne, in Rahmen oder mit dem Mini-Storyboard.
Zusammenfassung
Die Projektionsmatten dieser Kollektion sind 40 fertige Welten, Hindernisparcours und Bühnenbilder, die sich auf unendlich viele Arten nutzen lassen.
Mini-Storyboard mit Wolken, Seilparcours in verschiedenen Formen und eine lebendige Stadt sind nur drei Beispiele, an denen man sieht, wie einfach es ist:
- ein Bild in eine Geschichte zu verwandeln,
- Wege in ein Rennen mit eigenen Regeln zu verwandeln,
- eine Stadt-Vorlage in ein lebendiges Rollentheater zu verwandeln – mit Figuren oder ohne.
Mit ein paar einfachen Requisiten (Fahrzeuge, Figuren von Menschen und Tieren, Bälle, Fühlsäckchen) erhältst du ein Werkzeug, das mit den Kindern und ihren Ideen „mitwächst“. Starte mit nur einer Spielidee pro Matte – und du wirst schnell merken, dass die Kinder selbst vorschlagen:-
- „Sollen wir heute eine neue Geschichte mit den Wolken erfinden?“ oder
- „Heute machen wir ein neues Autorennen auf dem Parcours!“
Zum Schluss noch ein Tipp: Viele Requisiten, die sich für Spiele auf den Vorlagen eignen, können Kinder selbst im Kreativ- oder Werkunterricht herstellen: bunte Papierbälle, Fahrzeuge und Häuser aus Kartons, Zeichnungen von Figuren, Früchten, Fischen, Weihnachtskugeln – praktisch alles, was ihr ins Spiel auf der Matte integrieren möchtet.
- Das LavaVision-Team
Nützliche Links:
- Beschreibung des Pakets Animationsmatten: Kreative Spiele
- Matte: Mini-Storyboard
- Matte: Seilparcours
- Matte: Stadt